Good Practice: Ökologische Kriterien für Bauprojekte im öffentlichen Bereich
Nachhaltige Beschaffungsinstrumente spielen eine Schlüsselrolle bei der Gestaltung einer nachhaltigen Beschaffung. Hier kommen innovative Tools und neue Lösungen ins Spiel, die dabei helfen, ökologische und soziale Aspekte zu berücksichtigen. Erfahren Sie mehr über die verfügbaren Tools. Bei Fragen zu den Projekten kontaktieren Sie bitte die angegebene Ansprechperson. Sie haben auch ein Good Practice? Dann melden Sie sich bitte unter office@nabe.gv.at.
Zum Projekt
Nachhaltige Beschaffung spielt eine zentrale Rolle für öffentliche Auftraggeber, da sie über 55% des Tiefbaus und rund 30% des Bauhauptgewerbes in Österreich verantworten. Im Rahmen des Forschungsprojektes „LZinfra“ wurden für Verkehrsinfrastrukturprojekte ökologische Kriterien entwickelt, die auf aktuellen Forschungsergebnissen und gesetzlichen Vorgaben basieren.
Die Baubranche hat großes Potenzial, einen positiven Beitrag zum Klima- und Umweltschutz zu leisten. Im Bauwesen steht oft der Preis im Vordergrund, doch ökologische Aspekte gewinnen zunehmend an Bedeutung.
Rechtlicher Rahmen
Die EU-Vergaberichtlinie und das österreichische BVergG 2018 geben den Rahmen für nachhaltige Vergabe vor. Öffentliche Auftraggeber sind verpflichtet, ökologische Aspekte zu berücksichtigen, etwa durch Energieeffizienz, Materialeffizienz, Abfallvermeidung, Emissionsvermeidung und Bodenschutz.
Was sind ökologische Zuschlagskriterien?
Im Bestbieterverfahren dienen ökologische Zuschlagskriterien dazu, Angebote anhand der Umweltauswirkungen der verwendeten Bauprodukte und Bauleistungen zu bewerten.
Die Umweltauswirkungen werden in folgenden Bereichen bewertet:
- Weltklima und Klimaresilienz
- Wasser und andere natürliche (mineralische und biogene) Ressourcen
- energetische Ressourcen
- chemische Reinhaltung der Umwelt
- physische Unversehrtheit der Umwelt, Biodiversität und Ökosysteme
Empfehlungskatalog: Sechs Themenbereiche für die Praxis
Das Forschungsprojekt „LZinfra“ hat einen Katalog mit 35 ökologischen Kriterien entwickelt, die in sechs Bereiche gegliedert sind:
- Transporte, Baugeräte und Logistik
- Erneuerbare elektrische Energie
- Abfallwirtschaft und Recyclingmaterialien
- Ökobilanzierung und CO₂-Reduktion der Materialien
- Folgekostenbetrachtung
- Umweltkompetenzen
Praktische Umsetzung
Die Bewertungsrechner des Projekts „LZinfra“ ermöglichen öffentlichen Auftraggebern, die Umweltauswirkungen ökologischer Zuschlagskriterien a priori anhand der Rahmenbedingungen des Projekts abzuschätzen und somit die Kriterienauswahl zu optimieren.
Lesen Sie hier mehr: bau aktuell Artikel
Weiterführende Links:
Kontaktdaten
TECHNISCHE UNIVERSITÄT WIEN
Institut für Baubetrieb und Bauwirtschaft
Forschungsbereich Baubetrieb und Bauverfahrenstechnik
Jacqueline Raab jacqueline.raab@tuwien.ac.at
Maximilian Weigert maximilian.weigert@tuwien.ac.at
Verena Gruber (ehem. Kaiser) verena.kaiser@tugraz.at
Header und Beitragsbild: © Pixabay




