Good Practice-Beispiel: Umstellung auf energiesparende LED-Beleuchtung
Dieses Beispiel gehört zur Sammlung der Good Practice zur nachhaltigen Beschaffung. In den Beispielen werden Beschaffungsprojekte, die im Kontext des Aktionsplans für nachhaltige Beschaffung stehen, vorgestellt. Bei Fragen zu den Projekten kontaktieren Sie bitte die angegebene Ansprechperson. Sie haben auch ein Good Practice der nachhaltigen Beschaffung? Dann melden Sie sich bitte unter office@nabe.gv.at.
Die Stadt Wiener Neustadt hat ihre gesamte öffentliche Straßenbeleuchtung auf moderne LED-Technologie umgestellt. Insgesamt wurden rund 9.000 Lichtpunkte erneuert, davon 6.545 seit August 2024 im Rahmen einer groß angelegten Umrüstungsaktion. Ergänzend wurde eine situative, smarte Steuerung im gesamten Stadtgebiet ausgerollt. Durch diese Maßnahmen können Stromeinsparungen von bis zu 40 % erzielt werden, was nicht nur die Energiekosten deutlich reduziert, sondern auch die Nachhaltigkeitsziele der Stadt als naBe-Partner unterstreicht.
Bitte stellen Sie Ihr Projekt kurz vor.
Die vollständige LED-Umstellung ist ein zentraler Baustein auf dem Weg zu einer zukunftsfähigen und nachhaltigen Stadt. Ziel war es,
- den Energieverbrauch deutlich zu senken,
- laufende Kosten zu reduzieren (bis zu 200.000 € pro Jahr),
- einen messbaren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten und
- die Verkehrssicherheit durch bessere und gleichmäßigere Ausleuchtung zu erhöhen.
Zusätzlich wurden alle Leuchten in eine digitale Webplattform (Dashboard) eingebunden, die eine laufende Zustandsüberwachung ermöglicht.
Können Sie die Vorgehensweise kurz beschreiben?
Das Projekt wurde seitens der Stadt Wiener Neustadt in enger Zusammenarbeit zwischen der Fachabteilung Wirtschaftshof & Grünraum, dem zentralen Einkauf und einem Vergaberechtsexperten abgewickelt.
Für die Planung und Umsetzung wurden externe Partner eingebunden: das Ingenieurbüro kosaplaner für die örtliche Bauaufsicht, das Planungsunternehmen L.U.X. und mit der Durchführung der Sanierungsarbeiten wurde die eww Anlagentechnik GmbH aus Wels beauftragt.
Zudem erwies sich die frühzeitige und umfassende Klärung und Berücksichtigung aller Fördermöglichkeiten vor Beginn der Ausschreibung als besonders wirkungsvoll und vorteilhaft.
Können Sie nähere Details zur Ausschreibung erläutern?
Die Leistungen für Planung, ÖBA und Umsetzung der Sanierung wurden in drei Vergabeverfahren (Verhandlungsverfahren und Direktvergaben) vergeben.
Neben dem Preis flossen folgende Zuschlagskriterien ein:
- Gesamtanschlussleistung
- Verlängerung der Garantielaufzeiten
Die veranschlagte Gesamtinvestition für die flächendeckende LED-Umstellung beträgt rund 6 Mio. €.
Was ist der Bezug zum naBe-Aktionsplan?
Die technischen Spezifikationen erfüllen die naBe-Kriterien vollständig und werden in Teilen übererfüllt.
Welche Ziele und welcher Mehrwert konnten dadurch erreicht werden?
- deutliche Energieeinsparung
- Reduktion von CO₂-Emissionen
- smarte Lichtsteuerung im gesamten Stadtgebiet
- weniger Lichtverschmutzung mit ökologischem Mehrwert
- lange Lebensdauer der Leuchten (20–25 Jahre)
- digitale Einbindung aller Leuchten in ein zentrales Dashboard
- technisch einheitliche Leuchten → vereinfachte Ersatzteilbeschaffung
Gab es Hürden im Verlauf des Beschaffungsprojekts und wie wurden diese überwunden?
Eine vollständige Bestandsaufnahme aller Leuchten und Masten zu Projektbeginn ist essenziell. Sie schafft Planungssicherheit und vermeidet Unklarheiten in der Ausschreibung.
Ihr Rat an die öffentliche Verwaltung?
- frühzeitig externe Planung und Bauaufsicht einbinden
- vorab entscheiden, welche Smart City Komponenten (z. B. Verkehrs oder Wetterdaten) langfristig genutzt werden sollen
- ein Pilotprojekt durchführen, um smarte Anwendungen praxisnah zu testen
- Fördermöglichkeiten bereits vor der Ausschreibung systematisch prüfen
Weiterführende Links:
Kontaktdaten
GBV/1 Wirtschaftshof & Grünraum
DI Thomas Pils, Ing. Werner Feuchtinger
Header und Beitragsbilder: © Michael Weller/Magistrat Wiener Neustadt



