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Good Practice-Beispiel: Generalsanierung der Demohalle der HBLFA Schönbrunn

Dieses Beispiel gehört zur Sammlung der Good Practice zur nachhaltigen Beschaffung. In den Beispielen werden Beschaffungsprojekte, die im Kontext des Aktionsplans für nachhaltige Beschaffung stehen, vorgestellt. Bei Fragen zu den Projekten kontaktieren Sie bitte die angegebene Ansprechperson. Sie haben auch ein Good Practice der nachhaltigen Beschaffung? Dann melden Sie sich bitte unter office@nabe.gv.at.

Mit der Generalsanierung der Demohalle der HBLFA Schönbrunn wurde ein Bestandsgebäude der Bildungs- und Forschungseinrichtung zu einer modernen Infrastruktur weiterentwickelt. Sanierung statt Neubau, Holz-Hybridbauweise, Photovoltaik, Begrünung und Regenwassernutzung verbinden Ressourcenschonung, Energieeffizienz und nachhaltige öffentliche Beschaffung.

Bitte stellen Sie Ihr Projekt kurz vor.

Die in den 1960er-Jahren errichtete Demohalle wird von der HBLFA Schönbrunn für Ausbildung, Forschung und Wissensvermittlung genutzt und befand sich vor der Sanierung in einem technisch und funktional unzureichenden Zustand. Ungedämmte Bauteile, veraltete Fenster, hohe Energieverluste und eingeschränkte Nutzbarkeit beeinträchtigten den Ausbildungs- und Forschungsbetrieb. Ohne umfassende Maßnahmen hätte mittelfristig eine Sperre des Gebäudes gedroht. Gleichzeitig bestand zusätzlicher Bedarf an Büro-, Lehr- und Forschungsflächen. Eine Machbarkeitsstudie zeigte, dass die Weiterentwicklung des Bestands gegenüber einem Neubau eine ressourcenschonende und zukunftsfähige Lösung darstellt.

Können Sie die Vorgehensweise kurz beschreiben?

Auf Basis der Machbarkeitsstudie wurde die Generalsanierung des Bestands mit einer funktionalen Erweiterung geplant. Die Umsetzung erfolgte über ein EU-weites Vergabeverfahren zur Auswahl eines Totalunternehmers. Erhalten und modernisiert wurde die bestehende Hallenstruktur; ergänzt wurde sie durch einen zweigeschossigen Holz-Hybrid-Zubau. Umgesetzt wurden unter anderem thermische Sanierung, neue Unterrichts-, Arbeits-, Sozial- und Besprechungsräume, barrierefreie Erschließung, Photovoltaik, Dach- und Fassadenbegrünung, Regenwassernutzung mittels Zisternen sowie entsiegelte und versickerungsfähige Außenflächen. Beteiligt waren die Burghauptmannschaft Österreich als Bauherrin, die HBLFA Schönbrunn als Nutzerin der Demohalle, und die Österreichischen Bundesgärten sowie die beauftragten Planungs- und Ausführungspartner.

Können Sie nähere Details zur Ausschreibung erläutern?

Ausschreibungsgegenstand war die umfassende Generalsanierung und Erweiterung der Demohalle der HBLFA für Gartenbau in Schönbrunn. Die Vergabe erfolgte EU-weit zur Auswahl eines Totalunternehmers. Die Ausschreibung orientierte sich an den Vorgaben des naBe-Aktionsplans für den Hochbau; die relevanten naBe-Kriterien wurden in der Planung und Umsetzung berücksichtigt und in wesentlichen Bereichen – etwa Energieeffizienz, Bestandserhalt, Materialwahl, Begrünung, Regenwassermanagement und Außenraumgestaltung – umgesetzt. Inhaltlich umfasste das Projekt die Sanierung der bestehenden Gebäudestruktur, die Errichtung eines Holz-Hybrid-Zubaus, energieeffiziente Gebäudehülle, barrierefreie Erschließung, Photovoltaikanlage mit rund 92 kWp, Begrünungsmaßnahmen, Regenwasserrückhaltung und Außenraummaßnahmen. Das Investitionsvolumen beträgt rund 10 Mio. Euro.

Was ist der Bezug zum naBe-Aktionsplan?

Das Projekt steht beispielhaft für nachhaltigen öffentlichen Hochbau: Durch Sanierung statt Neubau wurde bestehende Bausubstanz erhalten und der Ressourcenverbrauch reduziert. Thermische Sanierung, Photovoltaik, Fernwärme, Holz-Hybridbauweise, Begrünung, Regenwassernutzung und Entsiegelung stärken Klimaschutz und Klimaanpassung. Die für den Hochbau relevanten naBe-Kriterien wurden im Projekt berücksichtigt und in zentralen Umsetzungsbereichen angewandt. Die Realisierung der klimaaktiv-Kriterien und die Auszeichnung mit klimaaktiv Silber unterstreichen den Nachhaltigkeitsstandard.

Welche Herausforderungen traten in der Umsetzung auf?

Die zentrale Herausforderung bestand darin, ein technisch überaltertes Bestandsgebäude an heutige Anforderungen an Nutzung, Energieeffizienz, Barrierefreiheit und Klimaschutz anzupassen. Durch eine vorgelagerte Machbarkeitsstudie, die Entscheidung für Bestandserhalt und die gebündelte Umsetzung über einen Totalunternehmer konnten Planung, Sanierung und Erweiterung koordiniert umgesetzt werden.

Welche Ziele und welcher Mehrwert konnten dadurch erreicht werden?

Es entstand ein modernes Kompetenzzentrum mit rund 2.400 m² Nutzfläche für Ausbildung, Forschung und Wissensvermittlung. Die neue Infrastruktur verbessert Unterrichts- und Arbeitsbedingungen, stärkt den Wissenstransfer zwischen Forschung und Praxis und schafft Raum für nachhaltigen Gemüsebau, resiliente Produktionssysteme und integrativen Pflanzenschutz. Zugleich wurden Energieeffizienz, Barrierefreiheit, erneuerbare Energieerzeugung und Klimaanpassung deutlich verbessert.

Ihr Rat an die öffentliche Verwaltung?

Bestandserhalt früh prüfen: Sanierung kann Neubau ökologisch und wirtschaftlich überlegen sein. Nachhaltigkeitskriterien sollten bereits in Machbarkeitsstudie, Planung und Vergabe verbindlich mitgedacht werden.

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Weiterführende Links:

Burghauptmannschaft Österreich

HBLFA Gartenbau Schönbrunn 

Österreichische Bundesgärten

Demohalle der HBLFA Gartenbau | klimaaktiv

Kontaktdaten

Burghauptmannschaft Österreich für die Nutzung durch die
HBLFA für Gartenbau und Österreichische Bundesgärten

RgR AD Ing. Claudia Paul
Abteilungsleiterin Burghauptmannschaft Österreich-Abteilung Schönbrunn

claudia.paul@burghauptmannschaft.at

Header & Beitragsbild: © BHÖ / Philia Kleemann

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