Zusammenfassung
Good Practice-Beispiel: Verpflegung in den Schulen des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft
Good Practice-Beispiel:
Verpflegung in den Schulen des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft
Dieses Beispiel gehört zur Sammlung der Good Practice zur nachhaltigen Beschaffung. In den Beispielen werden Beschaffungsprojekte, die einen Bezug zum Aktionsplan für nachhaltige Beschaffung vorweisen, vorgestellt. Bei Fragen zu den Projekten kontaktieren Sie bitte die angegebene Ansprechperson. Sie haben auch ein Good Practice der nachhaltigen Beschaffung? Dann melden Sie sich bitte unter office@nabe.gv.at.
Bitte stellen Sie Ihre Organisation kurz vor.
Die Höheren land- und forstwirtschaftlichen Schulen des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) bieten in ganz Österreich vielfältige Ausbildungsmöglichkeiten in der Land- und Forstwirtschaft und leisten damit einen wichtigen Beitrag zu Nachhaltigkeit und Regionalität. Dieser Bereich umfasst 13 Dienststellen, davon 10 mit eigener Küche. Insgesamt werden rund 3.900 Schülerinnen und Schüler, etwa 2.400 Internatsschülerinnen und -schüler, rund 600 Lehrpersonen sowie etwa 660 weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter versorgt. In Summe werden an den Standorten täglich rund 8.500 Essen ausgegeben. Die Schul- und Hochschulküchen sind damit nicht nur wichtige Versorgungseinrichtungen, sondern auch Lern- und Umsetzungsorte für eine nachhaltige öffentliche Beschaffung. Der Anspruch der Dienststellen des BMLUK zeigt sich zudem in zahlreichen Zertifizierungen, unter anderem durch das „Österreichische Umweltzeichen 301 für Schulen“.
Was ist der Bezug zur nachhaltigen Lebensmittelbeschaffung bzw. zu den naBe-Kriterien und wie setzen Sie diese um?
Der Bezug zur nachhaltigen Lebensmittelbeschaffung ergibt sich bei den Schulen des BMLUK unmittelbar aus ihrem Bildungsauftrag und aus der praktischen Ausrichtung ihrer Verpflegung. Ziel ist es, die Kriterien nachhaltiger Bildungseinrichtungen zu erfüllen und die Verpflegung in den Schul- und Hochschulküchen konsequent an Regionalität, Nachhaltigkeit und kurzen Transportwegen auszurichten. Regional verfügbare Lebensmittel sollen bevorzugt beschafft, eigene Produkte nach Möglichkeit in der Verpflegung eingesetzt und ökologische sowie ökonomische Auswirkungen von Beschaffungsentscheidungen bewusst berücksichtigt werden. In einem eigenen Projekt wurde dafür ein einheitliches Warenwirtschaftssystem eingeführt, begleitet durch Schulungen, externer Beratung und eine detaillierte Verfahrensanweisung. So lassen sich Kriterien wie Regionalität und Bio-Anteil systematischer erfassen und steuern. Gleichzeitig sind Herkunft, Produktion, Transportwege und nachhaltige Ernährung fixer Bestandteil des Unterrichts und verbinden Beschaffung mit Wissensvermittlung an den Schulen.
Welche Ziele und welcher Mehrwert konnten dadurch erreicht werden?
Durch die gemeinsame Ausrichtung von Verpflegung, Beschaffung und Bildungsauftrag konnten die Schulen des BMLUK mehrere Ziele gleichzeitig verfolgen. Ein wesentlicher Mehrwert liegt in der stärkeren Transparenz über Einkaufs- und Verpflegungsdaten: Mit dem einheitlichen Warenwirtschaftssystem wurde eine Grundlage geschaffen, um den Anteil regionaler und biologischer Lebensmittel systematisch zu erfassen und weiterzuentwickeln. Damit werden nachhaltige Beschaffungsentscheidungen besser planbar, nachvollziehbar und standortübergreifend besser vergleichbar. Gleichzeitig stärkt die Ausrichtung auf kurze Transportwege, regionale Lebensmittel und die Verarbeitung eigener Produkte die regionale Wertschöpfung und unterstützt ressourcenschonende Versorgungsstrukturen. Der Bio-Anteil der beschafften Lebensmittel in den Schulen des BMLUK lag im Jahr 2025 bei 34% (bezogen auf den Einkaufswert an Lebensmitteln). Der hohe Bio-Anteil verminderte jedoch keineswegs den Anteil an regionalen Produkten. Die Herkunft der gesamten bezogenen Lebensmittel lag im Jahr 2025 bei 80% in Österreich, dabei stammten 31% sogar aus einem Umkreis von bis zu 50km von der jeweiligen Dienststelle.
Auch pädagogisch entsteht ein besonderer Nutzen: Schülerinnen und Schüler erleben nachhaltige Beschaffung und Gemeinschaftsverpflegung nicht nur theoretisch im Unterricht, sondern unmittelbar im Schulalltag. So wird Nachhaltigkeit praktisch erfahrbar und als Teil professioneller land- und forstwirtschaftlicher Ausbildung vermittelt. Das Beispiel der Verpflegung in den Höheren land- und forstwirtschaftlichen Schulen des BMLUK zeigt damit exemplarisch, wie öffentliche Bildungseinrichtungen ihren Beschaffungsauftrag mit regionaler Versorgung, Qualitätsanspruch und Bildungswirkung wirksam verbinden können.

Kontaktdaten
Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft
Sektion Steuerung und Services
Abteilung Präs. 4 – Schulen, Zentren für Lehre und Forschung
Mag. Christian Kasper Abteilungsleiter
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Beitragsbilder: © BMLUK / Daniela Köppl


