Beschaffung und Vergabe in der Praxis: Netzwerktreffen in Graz zeigte konkrete Lösungen
Praktisch, nachhaltig, rechtssicher: Das steirische Netzwerktreffen rückte konkrete Lösungen für eine zukunftsorientierte öffentliche Beschaffung in den Mittelpunkt.
Wie können Gemeinden und öffentliche Einrichtungen Beschaffung einfacher, nachhaltiger und rechtssicher gestalten? Beim steirischem Netzwerktreffen „Beschaffung und Vergabe“ im Grazer Gemeinderatssaal diskutierten Vertreterinnen und Vertreter von Städten, Gemeinden, Landesverwaltung und Beschaffungsorganisationen konkrete Lösungen für die Praxis.
Am 7. Oktober 2026 luden die Stadt Graz und der Österreichische Städtebund, Landesgruppe Steiermark, zum Netzwerktreffen unter dem Motto „Praktisch. Nachhaltig. Rechtssicher.“ ein. Im Mittelpunkt standen aktuelle Anforderungen an Vergabeverfahren, Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Förderprojekte sowie der zunehmende Ressourcen- und Kostendruck in Städten und Gemeinden.
Die Fachbeiträge von BBG, ANKÖ, der naBe-Plattform, Eisenberger & Offenbeck Rechtsanwälte sowie dem Land Steiermark spannten den Bogen von der sachkundigen Auftragswertschätzung, der Wahl des passenden Vergabeverfahrens und klaren Leistungsbeschreibungen bis zu Eignungs- und Zuschlagskriterien, Fristen und Dokumentationspflichten. Vorgestellt wurden außerdem digitale Lösungen für elektronische Vergaben und Referenzmanagement sowie die Möglichkeiten, bestehende BBG-Vereinbarungen bedarfsgerecht zu nutzen.
Hanspeter Wirth zeigte für die naBe-Plattform, wie nachhaltige Beschaffung einfach und rechtssicher in den Alltag integriert werden kann. Grundlage dafür ist der naBe-Aktionsplan, der für 16 Produktgruppen konkrete Anforderungen an eine nachhaltige und sozial verantwortliche Beschaffung definiert. Im Zentrum standen außerdem die Berücksichtigung der Gesamtbetriebskosten statt ausschließlich des Einkaufspreises, verlässliche Umweltzeichen und praxiserprobte Beispiele aus den Bereichen Fuhrpark, IT, Lebensmittel und Möbel. Die wachsende Good Practice-Sammlung der naBe-Plattform bietet öffentlichen Auftraggebern dafür konkrete Orientierung.
Auch in der Podiumsdiskussion mit Gerhard Weiner wurde deutlich: Nachhaltigkeit ist kein Zusatz, den man sich nur in finanziell guten Zeiten leisten kann. Eine sparsame, wirtschaftliche und zweckmäßige Beschaffung setzt bereits bei der Bedarfsplanung an, nimmt den gesamten Lebenszyklus in den Blick und berücksichtigt Ressourcenverbrauch, Reparierbarkeit, Nutzungsdauer und Folgekosten. Das abschließende Podiumsgespräch machte zugleich deutlich: Viele Gemeinden stehen vor ähnlichen Herausforderungen. Umso wichtiger sind Erfahrungsaustausch, gemeinsame Lösungen und starke Netzwerke für eine zukunftsorientierte öffentliche Beschaffung.
Key Take-aways:
- Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit gehören zusammen: Entscheidend sind nicht nur der Einkaufspreis, sondern auch Lebenszykluskosten, Nutzungsdauer und Folgekosten.
- Gute Beschaffung beginnt bei der Bedarfsplanung: Ressourcenverbrauch, Reparierbarkeit und Energieeffizienz sollten frühzeitig berücksichtigt werden.
- Klare Kriterien erleichtern die Umsetzung: Der naBe-Aktionsplan bietet für 16 Produktgruppen konkrete ökologische und soziale Anforderungen.
- Digitalisierung unterstützt effiziente und rechtssichere Verfahren: Elektronische Vergaben und ein professionelles Referenzmanagement können Abläufe vereinfachen.
- Austausch stärkt die Praxis: Good Practice-Beispiele und Netzwerke helfen Städten und Gemeinden, erprobte Lösungen zu übernehmen und weiterzuentwickeln.
Vielen Dank an die Stadt Graz und den Österreichischen Städtebund, Landesgruppe Steiermark, für die Organisation sowie an alle Mitwirkenden und Teilnehmenden für den praxisnahen Austausch.
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